Tagträume
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Tagträume



In Washington hatte sich an diesem Tag eine fürchterliche Kälte breit gemacht. Es war Mitte November und seit Tagen schon eiskalt, doch heute schienen die Minusgrade eine neue Rekordtemperatur zu erreichen.
In der Water St. erwachte ein junger Mann gerade aus seinen Träumen, er öffnete die Augen, nur um sich gleich wieder umzudrehen und weiter zu schlafen. Doch das gelang jetzt nicht mehr, einmal wach konnte er nicht wieder einschlafen. >Mist! Muss es denn unbedingt so kalt sein?! Nur noch fünf Minuten schlafen... gerade jetzt wo ich wieder diesen Traum hatte. Ich fühl mich ständig beschissen nach so einem romantischen Traum, hier wieder alleine aufzuwachen. Aber dieser Traum ist eben das – ein Traum – und wird es auch bleiben. Man DiNozzo, komm endlich zu dir!<

Er quälte sich aus dem Bett und unter die heiße Dusche, danach schnappte er sich einen Apfel und machte sich auf den Weg zum Auto. Dieses war zu geeist, doch eine andere Möglichkeit zur Arbeit zu kommen sah er nicht, da er zu weit von dem Hauptquartier entfernt wohnte. Von daher machte er sich schlecht gelaunt daran seinen Sportwagen nach und nach zu enteisen.
Fast zwei Stunden später tauchte er tiefgekühlt im Büro auf und stellte überrascht fest, dass er der Erste war. Bisher war er es, der immer zu spät kam. Die nächsten 40 Minuten verbrachte der junge Agent an seinem PC Spiel 'Schlag den Terroristen' , bis sich der Fahrstuhl öffnete und sein Boss, Leroy Jethro Gibbs den Raum betrat.

,,DiNozzo, du schon an der Arbeit!'' er schien sichtlich begeistert.
,,Natürlich, Boss. Fleißig wie immer.'' schnell schloss er des Spiel und öffnete eine Akte am PC.
,,Wo sind die Anderen?''
,,Schneeballschlacht...'' erwiderte Tony mit einem Grinsen.
,,DiNozzo!'' im Vorbeigehen gab Gibbs ihm eine Kopfnuss und setzte sich an seinen Tisch.
,,Autsch! Wofür war die denn?''
,,Dafür das du immer noch nicht alle Spiele von deinem PC gelöscht hast.''
Gibbs' Telefon klingelte.
,,Gibbs!'' grummelte er. ,,Ja... ja... hören Sie auf sich zu entschuldigen! Ja!''
,,Gibt's was zu tun?'' fragte Tony.
,,Nein! McGee wird heute nicht mehr kommen, die öffentlichen Verkehrsmittel sind auf Grund der Kälte und des Schnees fast alle ausgefallen und er wohnt zu weit weg um zu laufen.''
,,Na toll, McGee legt sich jetzt bestimmt in sein warmes Bett und ich muss hier blöd rumsitzen!'' fluchte der Italiener kaum hörbar.
,,Hast du was gesagt?''
,,Ja, was das für ein schöner Tag wird, Boss...''
Die beiden Agents widmeten sich unbearbeiteten Berichten und versanken in ihrer Arbeit. Erst als man draußen ein lautes zischen hörte wand Tony seinen Kopf von den Akten zum Fenster. Der Schnee wirbelte dort nur durch die Luft das es zischte. Wie froh er war hier im Warmen zu sitzen. Seine Gedanken drifteten wieder ab, er stellte sich den gut trainierten Körper eines silberhaarigen Mannes vor, auf dem der Schnee langsam zerschmilzt. >Ob ihm das gefallen würde, wenn der Schnee so langsam auf seiner wunderschönen Haut zerschmilzt? Oder wenn ich einen Eiswürfel über seinen ganzen Körper gleiten lasse und die kalte Haut danach mit meinem Körper wärme? Zu gerne würde ich sehen wie sein perfekter Körper darauf reagiert.<
,,Und wie heißt sie?''
eine Frauenstimme holte ihn in die Realität zurück.
,,Kate! Wo kommst du denn her?''
,,Ich bin schon seit fünf Minuten hier, lieber Tony, aber du warst ja leider geistig abwesend. Nun spuck es schon aus, wie heißt sie?''
,,Es gibt keine sie.''
,,Oh diesmal ein er.'' neckte sie ihren Kollegen.
,,Von sowas träumst du also, liebe Kate...''
,,Wovon ich träume, wirst du in diesem Leben nicht mehr erfahren!''
,,Leute!'' Gibbs hatte sich das hin und her die ganze Zeit angesehen doch nun wurde es ihm zu bunt.
,,Wieso komme ich mir hier vor wie im Kindergarten?''
,,Weiß nicht, Boss. Wieso denn?'' fragte Tony mit gespielt unschuldiger Miene.
Gerade als Gibbs ihm antworten wollte, kam Direktor Morrow herein.
,,Guten Morgen allerseits. Wie Sie sicher mitbekommen haben herrscht heute draußen das reinste Chaos und die Hälfte unserer Agents schafft es nicht zur Arbeit zu erscheinen. Von daher möchte ich auch den restlichen Agents frei geben, sofern bis heute Mittag nichts neues anfällt.''
Tony gab sich alle Mühe ein bedauerndes Gesicht zu machen, doch sobald der Direktor verschwunden war, brach er in Jubel aus. Bis Gibbs vor ihm stand und ihn wieder zurück in seinen Stuhl drückte. Er kam mit seinem Gesicht ganz nah an das des Jüngeren, bis sie nur noch wenige Zentimeter trennten. Tony spürte wie sein Herz schneller schlug und seine Gedanken zu vernebeln schienen, dann sprach Gibbs ganz langsam.

,,Wie du gehört hast haben wir erst ab heute Mittag frei, das sind immerhin noch vier Stunden...'' er ging zurück zu seinem Platz ,,... in denen du arbeiten kannst, DiNozzo!''
Kate warf ihrem Kollegen einen mitleidigen Blick zu, dann schnappte sie sich eine Akte und versank darin. Tony wollte es ihr gleich tun, doch seine Gedanken schweiften immer wieder ab. >Wenn wir jetzt irgendwo wären wo es nicht so tierisch kalt ist, vielleicht am Strand in der warmen Sonne... wie gerne würde ich dort nur in einer engen Badehose neben ihm liegen und ihn eincremen... seine starken Arme, seine breite Brust, seinen Rücken, runter zu seinem Steiß...< Während er so vor sich hin träumte wurde ihm ganz schwarz vor Augen, er merkte wie ihm übel wurde, stand auf und wollte ins Bad gehen als ihm seine Beine wegsackten.


Als er wieder zu sich kam lag er in einem Auto, in seinem Auto, wie ihm sofort auffiel. Gibbs saß am Steuer, was er alleine an dem vielen Rumgeschleuder erkennen konnte, neben seinem Boss saß Kate und sah besorgt aus dem Fenster.
,,Was ist passiert?'' fragte er und versuchte sich aufzusetzen, doch ihm drehte sich noch immer alles.
,,Tony! Ein Glück, du bist wieder wach.'' Kate sah ihn böse an ,,Ducky meinte, dass du eine schlimme Grippe hattest und dich nicht genug davon erholt hast, außerdem hast du in den letzten Tagen kaum was gegessen.'' sagte sie zornig.
,,Ducky hat mich untersucht?!'' fragte er entsetzt.
,,Oh entschuldige. Beim nächsten Mal werden wir dich auf dem Boden liegen lassen!''
Wohin fahren wir?''
,,Gibbs bringt mich nach Hause und solltet ihr den restlichen Weg überleben, bei diesem Fahrstil, dann wird er dich nach Hause bringen.''
Tony drehte sich auf den Rücken und schloss die Augen >Er bringt mich nach Hause... ich würde ihn so gerne in meine Wohnung ziehen, ihm die Kleider vom Laib reißen, mich an ihn kuscheln und ihn nie wieder gehen lassen.< mit diesen Gedanken schlief er wieder ein.

Er fühlte eine starke Hand an seiner Schulter und sah in Gibbs' Gesicht.
,,Verdammt, DiNozzo, jetzt hilf mir mal ein bisschen!''
Tony biss die Zähne zusammen und stand auf.
,,Boss, das ist nicht mein Haus.'' brachte er überrascht heraus. Dann merkte er das Gibbs einen Arm um seine Taille legte und ihn auf den Weg zum Haus stützte. >Hmm er riecht nach Kaffee, Sägespäne und irgendwas einzigartigem, so wie ein Mann riechen muss... und seine Arme, er ist so stark... er hat mich noch nie gestützt, ob er sich Sorgen um mich macht? Ich wünschte es wäre so.<
Tony schlug die Augen auf, er lag zugedeckt auf einer Couch >Oh nein! Ich bin schon wieder ohnmächtig geworden und das in seinem Arm, verdammt!< dafür hätte er sich ohrfeigen können.
Als er aufstehen wollte merkte er, das ihm immer noch ein wenig schwindelig war, sein Kopf fühlte sich heiß an und sein ganzer Körper schmerze ihm. Vor Tony auf dem kleinen Tisch stand ein Teller mit belegten Broten, Obst, einige Medikamente und ein Becher mit Wasser >Wow, das hat doch nicht wirklich Gibbs gemacht...< er beschloss etwas zu essen und zu trinken, dann legte er sich hin und schlief ein.

In seinem Traum war er wieder bei einem Mann... bei dem Mann. Er war der Einzige, der es mit allen heißen Bräuten dieser Welt aufnehmen konnte.
,,Jethro...'' hauchte Tony im Schlaf.
,,Ja, DiNozzo?''
Verschlafen öffnete er die Augen und sah Gibbs vor sich.
,,Was ist passiert, Boss?''
,,Du hast geschlafen und zwar die ganze Nacht durch.'' sagte Gibbs mit ungewohnt ruhiger Stimme.
,,Was? Wie spät ist es?''
,,Halb drei. Gut geschlafen?''
Tony erinnerte sich an seinen Traum, in dem er seinen Boss verführt hat.
,,Ja sehr gut, danke.''
,,Muss ja ein spannender Traum gewesen sein...'' lächelte Gibbs ihn an.
,,Wieso, wie kommst du darauf?''
,,Du hast im Schlaf gesprochen.''
Erschrocken fuhr Tony hoch und saß kerzengerade auf der Couch.
,,Was hab ich gesagt?''
Gibbs drückte ihm eine Tasse Kaffee in die Hand.
,,Trink erstmal was. Wenn du Hunger hast, ich hab uns ne Pizza bestellt, sie steht in der Küche. Und von denen musst du noch eine nehmen.'' er drückte ihm eine Dose mit Tabletten in die Hand.
,,Gibbs, was habe ich im Schlaf gesagt?!'' rief er ihm hinterher, doch der war schon im Keller verschwunden.
,,Verdammter Bastard!'' rief er Gibbs noch nach, hoffte aber das er es nicht gehört hat.

>Mist! Alles woran ich mich erinnern kann ist, das ich von Gibbs geträumt habe... ein nicht jugendfreier Traum. Ich kann doch nicht...< sein Bauch meldete sich. Tony nahm die Tablette, trank einen Schluck Wasser und machte sich in der Küche über die Pizza her. Man, wie lange hatte er nichts richtiges mehr gegessen...
Als er fertig war schlich er sich zur Kellertür ging leise die Stufen runter, ums Geländer herum und lehnte sich mit dem Rücken daran an. Er beobachtete eine ganze Weile, wie Gibbs an dem Boot hobelte und ging wieder seinen Tagträumen nach.
,,Hey, kann ich dir helfen?''
Tony bemerkte weder das Gibbs auf ihn zu kam, noch das er mit ihm sprach. Erst als er eine Kopfnuss bekam kehrte er in die Realität zurück.
,,Auuu. Was hab ich denn jetzt schon wieder falsch gemacht?'' er wollte seinen Boss böse angucken, doch das schaffte er nicht. Seine Gedanken vernebelten wieder und die Sehnsucht nach Gibbs wurde in ihm immer lauter.
,,Das war für den 'verdammten Bastard'.''
,,Ups, ich dachte du hättest das nicht mehr gehört.'' sagte Tony etwas verlegen.
,,So, dachtest du...''


Er schüttelte den Kopf und wollte zurück zum Boot gehen als ihn Tony am Kragen packte und gegen das Geländer drückte. Mit aller Kraft lehnte der junge Agent an dem älteren, er wusste nicht was er tat, er wusste nicht wie es weitergehen sollte, aber er wusste das er diesen Mann begehrt. >Er hat so sinnliche Lippen... ob es ihn stören würde wenn ich sie berühre? Ob es ihn stören würde wenn ich ihn küsse...?<
Nachdem Gibbs keine großen Anstalten gemacht hat sich aus Tonys Griff zu lösen, beugte dieser sich näher zu seinem Boss und legte seinen Mund hauchzart auf seinen. Für einen Moment setzte Tonys Herzschlag aus, nur um danach gleich doppelt so schnell zu schlagen. Eine große Wärme durchfuhr seinen Körper und seine Hände zitterten leicht. Nach einer Ewigkeit löste er sich von Gibbs, welcher immer noch starr am Geländer stand und sah ihm in die ozeanblauen Augen >Was denkt er jetzt wohl, ob es ihm gefallen hat, wieso hat er den Kuss nicht erwidert und warum hat er ihn nicht beendet? Egal... solange er stillhält...< er hielt ihn immer noch am Kragen fest und zog ihn zu sich heran. Gibbs zog seinen Kopf zurück, doch Tony fand seine Lippen und presste die seinen darauf. Während er ihn fester gegen das Geländer drückte, lockerte er den Griff an dem Kragen seines Gegenübers, legte eine Hand um seine Taille und mit der anderen zog er Gibbs' Kopf näher an seinen.
Gibbs hingegen stand die ganze Zeit nur reglos da und ließ Tony machen.
Erst als Tony kaum noch Luft bekam ließ er von Gibbs ab. Dieser schob ihn beiseite, legte den Hobel weg und ging langsam die Treppe hoch. Kurz darauf hörte der Italiener nur noch ein Türknallen.


Mittlerweile saß Tony eine geschlagene Stunde auf der Couch und wartete auf den Mann, dem er gerade mehr oder weniger seine Liebe gestanden hatte, als die Tür sich öffnete und ein durchgefrorener Gibbs im Wohnzimmer auftauchte.
Er warf seine Jacke beiseite und setzte sich in die andere Ecke der Couch. Beide sahen sich in die Augen und obwohl es sonst nur eines Blickes bedarf um Tony zu sagen was zu tun war, reichten in diesem Moment nicht mal hunderte aus.
,,Ich würde ja sagen das es mir leid tut, aber so ist es nicht.'' beendete Tony die Stille ,,Gibbs bitte sag was, irgendwas.''
Doch dieser schwieg weiterhin.
Weißt du Boss, du solltest weniger Kaffee trinken.''
Fragend sah Gibbs ihn an.
,,Naja du schmeckst so sehr nach Kaffee...'' er lächelte sein typisches DiNozzo-Lächeln, leckte sich die Lippen und mit Freude stellte er fest, dass auch Gibbs' Lippen ein kleines Lächeln umspielte. Und endlich brach er sein Schweigen.
,,DiNozzo, ich könnte nie mit einem Mann zusammen sein. Niemals. Ich hoffe du verstehst das?''
,,Klar doch.'' wieder grinste er.
,,Gut. Ich werde dann jetzt schlafen gehen. Überigents, Direktor Morrow wird sich morgen gegen 8 Uhr bei uns melden und Bescheid geben ob wir vorbeikommen oder zu Hause bleiben sollen. Ich hab allen erzählt das ich dich nach Hause gebracht habe. Also falls er auf deinem Handy anruft – du warst nie bei mir.''
,,Klar, Boss. Gute Nacht.''


Doch gut war die Nacht für keinen von beiden. Gibbs lag wach in seinem Bett, dachte über die vergangenen Stunden nach und für Tony war eine Welt zerbrochen, eine Welt in der er glücklich sein konnte. >Wenn Jethro das nicht will, wieso hat er mich dann nicht aufgehalten oder unterbrochen, wieso hat er zugelassen das ich ihm so nah komme und wieso hatte ich das Gefühl, das er es auch will. Ich wäre jetzt so gerne bei ihm... nur noch ein Kuss, ein letztes Mal... ein Abschiedskuss... vielleicht merkt er es ja gar nicht. <
Ganz leise schlich er hoch ins Schlafzimmer und schloss die Tür hinter sich. Hier war es richtig kühl >Gibbs ist heiß genug, da braucht er keine Heizung.< lächelte er in sich hinein. Vorsichtig setzte er sich auf das Bett und beugte sich über den schlafenden Mann. Sein Herz begann wieder zu rasen und seine Beine wurden weich. Er flüsterte ganz leise, kaum hörbar
,,Gibbs, verzeih mir. Aber ich liebe dich.''
dann beugte er sich runter und spürte er wieder die zarten Lippen seinen Chefs und deren Kaffeegeschmack. Eigentlich wollte er ihm nur einen kleinen letzten Kuss geben, doch es schmeckte einfach nach mehr. Er fing an an diesen zarten Lippen zu saugen, sie mit seiner Zunge zu umkreisen. Dann zog er schweren Herzens den Kopf zurück.
Erschrocken sah er in zwei eiskalte, blaue Augen. Gibbs setzte sich auf und Tony erwartete das Schlimmste.
,,DiNozzo! Verdammt was machst du hier?!'' fragte Gibbs mit einem Zittern in der Stimme und leckte sich unbewusst seine Lippen.
Tony setzte alles auf eine Karte.
,,Was ich hier mache?''
Er legte seine Hand in Gibbs' Nacken und zog ihn zu sich. Wieder fanden sich ihre Lippen und wieder küsste er ihn ganz sanft. Eigentlich hatte Tony mit Widerstand gerechnet, doch da Gibbs wieder alles zuließ, drückte er ihn zurück ins Bett. Ohne sich von den Lippen seines Chefs zu trennen legte er sich neben ihn unter die Decke. >Oh Gott! Jethro du machst mich ganz verrückt. Ich merke doch das du das genau so sehr genießt wie ich und das wirst du mir heute Nacht noch zeigen, wenn ich da ein Wörtchen mit zu reden habe.< dachte Tony sich, als er von Gibbs abließ und beide hastig nach Luft schnappten. Dann fuhr er mit seiner Hand unter das Shirt seiner ersten und hoffentlich letzten großen Liebe und streichelte seinen Bauch, mit der anderen Hand zeichnete er Gibbs' Lippen nach.
,,Du machst mich nochmal wahnsinnig, Jethro Gibbs.'' lächelte er.
Und auch sein Gegenüber war nicht mehr in der Lage sein Lächeln zu umspielen. Als Tony ihn küsste, machte sein Herz einen kurzen Aussetzer. Gibbs hatte seinen Kuss erwidert, zum ersten Mal und das mit solch einer Zärtlichkeit, das Tony hören und sehen verging. Er hatte Tonys Hand auf seine Brust gelegt und seinen Mund geöffnet, um der fordernden Zunge seines jungen Freundes Einlass zu gewähren.
Die halbe Nacht waren sie damit beschäftigt sich zu küssen; mal sanft und zärtlich, mal leidenschaftlich und intensiv und mal ließen sie einfach nur ihre Zungen auf Entdeckungstour gehen. Bis Tony dann glücklich wie noch nie in Gibbs' Arm einschlief.


Am nächsten Morgen wurde Tony von dem Schneetreiben geweckt, welches draußen herrschte, durch alle Ritzen zog und fürchterlich pfiff. Er spürte die Wärme des Körpers, auf dem er zur Hälfte lag. Als er nach oben sah schaute er direkt in die himmelblauen Augen von Gibbs, die ihn anfunkelten.
,,Morgen, Boss.'' nuschelte er.
,,Morgen, DiNozzo.'' kam es zurück.
Dann spürte Tony plötzlich eine eiskalte Hand auf seiner Brust.
,,Jethro...!'' er erschrak sich fürchterlich.
,,Na siehst du, es geht doch.'' grinste der ,,Du brauchst mich hier nicht Boss nennen.''
,,Dann nenn du mich aber auch nicht immer DiNozzo.''
Gibbs drehte sich auf die Seite, er ließ seine Hand über den ganzen Oberkörper Tonys fahren, was diesen schier verrückt machte. Die kalte Hand, allein der Gedanke das Gibbs ihn so zärtlich berührte und dann noch die Stromstöße die diese Berührungen in seinem Körper auslösten...
,,Gefällt dir das?!'' fragte Gibbs.
,,Mehr als Urlaub auf Puerto Rico. Wieso?''
,,Ich hätte nicht gedacht das du der Typ für's Kuscheln bist.''
,,Ich auch nicht.'' grinste er, während er mit der Hand durch das silberne Haar des Älteren strich.
,,Tony.''
,,Hhmm?''
,,Schließ die Augen.''
,,Was hast du vor?'' fragte er leicht verunsichert.
Doch Gibbs sah ihn nur mit seinem bösen Blick an und schon waren Tonys Augen geschlossen.
Nervös wartete er auf das was jetzt kommen würde. Er fühlte nur ein Rumgezappel und musste im nächsten Moment aufstöhnen, als er Gibbs' Mund auf seinem Becken spürte. Er krallte die Finger ins Kopfkissen und versuchte ein weiteres Stöhnen zu ersticken, indem er sich auf die Unterlippe biss.
,,Wenn du auf der Arbeit mal so bemüht wärst still zu sein.'' neckte Gibbs ihn.
Tony wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, da drückte ihm Gibbs erneut einen Kuss auf, diesmal ein Stückchen tiefer. Tony fuhr fast aus seiner Haut und versuchte noch was zu sagen, bevor Gibbs weitermachen konnte und er sich ganz in den Zärtlichkeiten verlor.
,,Jethro... Moment... ganz kurz... '' brachte er keuchend heraus.
Gibbs legte sich wieder zu seinem Freund, legte seinen Arm um dessen Kopf und zog ihn ganz nah an sich. So lagen sie eine halbe Ewigkeit da und sahen draußen dem weißen Treiben zu.
Bis Gibbs ganz langsam und ruhig anfing zu reden.
,,Seit wann geht's dir so?''
,,Wie so? Du meinst seit wann ich dich liebe?''
,,Hm hm.''
,,Als du in der Pathologie von Ari angeschossen wurdest, da hab ich gemerkt das du mir mehr als nur wichtig bist. Am Anfang fand ich den Gedanken dir näher zu kommen total absurd, aber irgendwann konnte ich ohne diesen Gedanken nicht mal mehr einschlafen. Und was bedeutet dir das hier? Ist das nur Spaß für dich?''
,,Ich bin mir nicht sicher. Die Vorstellung mein Leben mit einem Mann zu teilen...''
,,Jethro... von mir aus kannst du dir so viel Zeit zum nachdenken lassen wie du brauchst, aber ich will das du weißt, das ich dich mehr als alles Andere auf dieser verdammten Welt liebe... und wenn ich kündigen muss damit wir zusammen sein können, dann mach ich das.''
,,Blödsinn, Tony. Keiner kündigt. Jetzt küss mich endlich.'' grinste dieser.


Herausfordernd sah Tony seinem Freund in die Augen. Dieser hielt seinem Blick mühelos stand >Verdammt, jetzt sag es doch endlich! Du willst doch meine Lippen genau so sehr spüren, wie ich deine, ich seh doch die Sehnsucht in deinen Augen. Und was ist wenn ich dich nicht küsse, nimmst du dir dann was du begehrst? Begehrst du mich?< dann drückte Tony ihm einen kurzen Kuss auf die Wange, legte sich auf seine Schulter uns sah ihm schelmisch in die Augen.
,,Was... das war alles?''
,,Du hast doch gesagt ich soll dich küssen.''
Gibbs verstand den Wink und rollte sich ganz plötzlich auf Tony drauf, packte dessen Handgelenke, hielt sie über Tonys Kopf und sah ihn triumphierend an. Tony, der vollkommen perplex war versuchte sich aus dieser misslichen Lage zu befreien, musste aber am Ende einsehen das sein Boss ihm überlegen war.
,,Und was hast du jetzt vor?'' fragte Tony und setzte dabei sein schönstes Lächeln auf.
,,Mir würde da so einiges einfallen...''
Mit der rechten Hand fuhr Gibbs langsam an Tonys Arm runter. In der Achselhöhle angekommen fing Tony laut an zu prusten.
,,Sieh an, du bist doch nicht etwa kitzelig.'' sagte Gibbs neckend.
,,Wag es nicht...''
,,Sonst was?'' Gibbs verstärkte den Druck auf Tonys Handgelenke.
Dann glitt seine Hand weiter zur Brust. Gibbs konnte deutlich spüren wie schnell das Herz seines jungen Freundes schlug und wie sich dieser Herzschlag scheinbar verdoppelte, als er ihn zärtlich dort küsste. Ungläubig sah Gibbs Tony an, dieser lächelte bestätigend.
,,Tony...''
Er nährte sich dem Mund des jungen Mannes.
,,Lässt du mich jetzt endlich los?'' hauchte dieser.
,,Nie wieder.'' Gibbs küsste ihn hingebungsvoll.
,,Wow!''
,,Tony...?'' keuchte der Silberhaarige.
,,Stimmt was nicht?''
Er ließ die Handgelenke des Jüngeren los, setzte sich auf und betrachtete Tonys Körper; wie sein Oberkörper sich bei jedem Atemzug auf und ab bewegte, wie seine Hände jetzt auf seinem Bauch ruhten und wie seine grünen Augen ihn musterten.
,,Du bist wunderschön...''
,,Ich weiß...'' erwiderte Tony keck ,,Und du bist unglaublich attraktiv.''
Als Gibbs sich wieder dem Mund seines Freundes widmen wollte klingelte sein Handy.

,,Verdammt! Gibbs! Guten Morgen, Direktor.'' er ließ sich ins Bett sinken.
Tony rollte sich auf Gibbs und sah ihn mit funkelnden Augen an. Noch während dieser am telefonieren war, küsste Tony leidenschaftlich seinen Hals und bahnte sich einen Weg zu der breiten Brust seines Bosses. Gibbs, der schon ahnte was jetzt kommen würde versuchte den jungen Mann von sich zu drücken, doch zu spät. Tony biss zärtlich in eine Brustwarze seines Lovers und dieser musste sich alle Mühe geben, nicht ins Telefon zu stöhnen. Doch Tony widmete sich jetzt auch der anderen Brustwarze.
,,Ja, ich danke Ihnen, Sir. Ich werde nachher bei DiNozzo vorbeifahren um zu sehen wie es ihm geht und warum er nicht an sein Telefon geht und ihn davon in Kenntnis setzen.'' Gibbs legte auf und warf das Handy auf den Nachttisch am Bett.
,,Tony.....!'' brach es aus ihm heraus, es war mehr ein Stöhnen als ein Schimpfen.
,,Ja, Boss?'' dieser lächelte ihn unschuldig an.
,,Bist du wahnsinnig! Stell dir vor ich hätte mich nicht beherrschen können, was hätte ich dem Direktor dann sagen sollen? 'Entschuldigen Sie mich, Sir aber Agent DiNozzo liegt in meinem Bett und kann seinen süßen Mund gerade nicht voll genug kriegen, ich muss das Gespräch jetzt auch schnell beenden'...?!''
Tonys Grinsen wurde immer breiter, er legte sich auf Gibbs und streichelte über dessen Wange.
,,Ich wusste doch, dass du nie die Beherrschung verlierst, Boss.'' hauchte er ,,Findest du meinen Mund wirklich süß?''
,,Tony...!''
Noch bevor Gibbs anfangen konnte zu meckern legte der Italiener seinen Zeigefinger auf die Lippen seines Geliebten.
,,Jethro..., lass das keinen Traum sein.'' sagte er gähnend.
Gibbs schlang seine Arme um den Körper seines Freundes und drückte ihm einen Kuss auf die Stirn.
,,Lass uns noch ein bisschen schlafen, ich bin hundemüde, irgendjemand hat mich die ganze Nacht wach gehalten. Außerdem hat uns Morrow für heute noch frei gegeben.'' gespannt wartete Gibbs auf den hysterischen Jubel von Tony, doch dieser hatte sich an ihn gekuschelt und schien wieder eingeschlafen zu sein.
,,Mein Tony.'' flüsterte Gibbs, gab ihm noch einen Kuss auf die Stirn und schlief kurz darauf selber auch ein.


Tony wurde am Nachmittag von einem intensiven Kaffeegeruch geweckt, daher machte er sich auch nichts daraus dass das Bett neben ihm leer war. Er ging in die Küche und fand Gibbs am Tisch sitzend mit einer Tasse Kaffee vor. Er nickte rüber zum freien Platz, auf dem noch eine Tasse Kaffee stand und Tony setzte sich. Während beide ohne ein Wort zu wechseln den Kaffee austranken trafen sich immer wieder ihre Blicke, dann ihr Hände, Tony verschränkte seine Finger mit denen von Gibbs und als er dem Silberhaarigen seine Liebe nochmal gestehen wollte klingelte es an der Tür. Tony sah Gibbs fragend an, dieser ging schulternzuckend zur Tür und öffnete sie. Kaum war die Tür auch nur halb offen sprang Abby ihm, mit einer Tüte in der Hand, entgegen.
,,Hallo Gibbsman, ich habe euch was zu essen mitgebracht.'' strahlte sie und hielt ihm die Tüte vor's Gesicht.
,,Abs...?''
,,Na, wie geht es dir und Tony. Er ist doch hier - oder nicht?''
Vorsichtig sah Tony um die Ecke und sobald Abby ihren Kollegen sah, fiel sie ihm um den Hals.
,,Tony!!!''
,,Abs, was machst du denn hier?''
,,Krankenbesuch.''
Fragend sah Tony zu Gibbs rüber, dieser schüttelte den Kopf.
,,Woher weißt du das ich hier bin?''
,,Intuition...'' grinste sie Gibbs zu.
,,Bist du die Einzige die das weiß?'' fragte dieser und versuchte seine Verunsicherung zu überspielen.
,,Jap und ich kann schweigen wie ein Grab.'' strahlte sie.
Gibbs deutete mit der Hand auf's Wohnzimmer und Abby ging voran und setzte sich in den großen, alten Sessel, so mussten Gibbs und Tony nebeneinander auf der Couch platz nehmen. Er versuchte so viel Platz wie möglich zwischen ihm und DiNozzo zu lassen, damit auch ja niemand auf falsche Gedanken kam. Abby packte die Tüte aus und stellte das Mitgebrachte vom Chinesen auf den Tisch. Während sie aßen unterhielten sie sich über den schrecklichen Schneesturm, der nun schon seit vier Tagen wütete und über ihre arbeitsfreien Tage. Es war nicht zu übersehen das die schwarzhaarige, junge Frau was im Schilde führte, da sie die ganze Zeit bis über beide Ohren am grinsen war, was eigentlich nichts besonderes bei ihr ist doch diesmal lag etwas in ihrem Blick, das Gibbs nervös werden ließ. Zudem sah sie ständig zwischen den beiden Männern hin und her und sah danach noch zufriedener aus. Gibbs, der sich nichts anmerken lassen wollte, stand auf und brachte den Müll weg.
Abby nahm die Gelegenheit, mit Tony alleine reden zu können, sofort wahr.


,,Sag mal Tony, ist Gibbs ein guter Küsser?'' sie strahlte über's ganze Gesicht.
Der Brünette sah sie erschrocken an und wurde, wahrscheinlich das erste Mal in seinem ganzen Leben, rot.
,,Wie kommst du darauf... ich meine... woher sollte ich das wissen?''
,,Frauen wissen sowas halt, das ist weibliche Intuition. Außerdem ist das doch sonnenklar; Eure Blicke im Büro, dann trägt Gibbs dich sogar zu Ducky runter in die Autopsie und als du die ganzen letzten Tage nicht an dein Telefon gegangen bist war mir klar das Bossman dich mit zu sich nach Hause genommen hat – und siehe da... ich hatte Recht.''
,,Und wieso glaubst du das wir...''
,,Das ihr euch geküsst habt?!'' beendete Abby den Satz für ihn ,,Ich kenn dich doch Tony, du kriegst immer das was du willst. Außerdem saht ihr Beiden lange nicht mehr so entspannt wie heute aus.'' schelmisch sah sie ihn an ,,Ihr seit so ein tolles Paar. Ich freu mich so für euch.'' sie beugte sich vor, umarmte Tony und drückte ihm einen Kuss auf die Wange.
DiNozzo entspannte sich, er wusste das er Abby vertrauen konnte, schließlich war sie nicht umsonst seine beste Freundin.
,,Und...'' die Forensikerin sah ihn erwartungsvoll an.
,,Und was?''
,,Wie küsst er denn nun?''
,,Wieso interessiert dich das so brennend?'' jetzt war es Tony der schelmisch grinste.
,,Weil du mein bester Freund bist und beste Freunde erzählen sich alles! Außerdem habe ich dir auch erzählt wie Tim küsst.''
,,Bei Bambino kann man sich das ja schon denken...''
,,Was soll das denn heißen?!'' böse funkelte sie ihn an.
,,Ach schon gut. Naja, Gibbs ist ein ganz guter Küsser...''
,,Nur ganz gut...? Ach komm schon Tony.''
,,Was willst du von mir hören; Er hat unglaublich zarte, sinnliche Lippen, schmeckt nach Kaffee und... halt nach Gibbs und seine Zunge macht mich fast wahnsinnig?''
,,Du glücklicher.'' strahlte Abby ihn an.
,,Ich weiß. Er ist einfach unglaublich...''
,,Wer ist unglaublich?'' fragte Gibbs und setzte sich wieder neben Tony.
,,Ich natürlich.'' sagte Abby und quetschte sich zwischen die beiden Männer.
Mit der rechten Hand nahm sie Gibbs' Hand und mit der linken die von Tony, dann legte sie die Hände der Männer auf ihrem Schoß übereinander. Gibbs wollte seine Hand wegziehen doch Tony hielt sie fest und drückte sie sanft.
,,DiNozzo.'' Gibbs wollte wütend klingen, doch Tony brachte sein Herz wieder zum rasen.
,,Jethro, sie weiß es.''
,,Sie weiß was?'' fragend sah er erst Abby, dann Tony an. Die junge Frau biss sich auf die Unterlippe und strahlte unbekümmert weiter.
Tony stand auf, zog Gibbs dabei mit sich hoch, ganz dicht an ihn ran bis sich ihre Körper berührten, Gibbs' Hände hielt er dabei immer noch fest und küsste ihn dann hingebungsvoll.

Eigentlich hatte Tony ja mit allem gerechnet, das Gibbs ihn wegstößt, das er abhaut und ihn alleine hier stehen lässt, das er ihm eine Kündigung schreibt, aber nicht damit dass er seinen Kuss erwidert – vor Abby.
In ihm entzündete sich ein Feuerwerk als er merkte das Gibbs' Hände, eine in seinem Haar und eine auf seinem Po lagen und ihn noch näher an ihn zogen.
,,Oh Gott, Gibbs!'' nuschelte Tony während des Kusses.
Dann ließ Gibbs von ihm ab, sah ihm aber immer noch in die Augen.
,,Mein. Tony.'' flüsterte er dem Italiener ins Ohr, zu Abby gewandt fragte er ,,Er ist bei mir in guten Händen. Zufrieden?''
,,Klar Gibbsman.'' glücklich stand sie auf, gab Tony einen Kuss auf die Wange, drückte Gibbs und ging dann Richtung Tür.
,,Ich muss jetzt auch wieder los, bei dem Wetter kann es etwas länger dauern bis ich zu Hause bin. Außerdem habt ihr glaube ich gerade besseres zu tun.'' Abby warf ihnen einen viel sagenden Blick zu.
,,Abs, du kannst ruhig noch bleiben. Du bist die Letzte die uns stören wür- Autsch!''
Bevor Tony weiter reden konnte hat Gibbs ihn einen kräftigen Schlag auf den Hintern verpasst.
,,Ist schon gut, ich muss jetzt wirklich los, Tim wartet auf mich und ihr habt ja noch viel nachzuholen...''


,,Tony, machst du mir noch einen Kaffee.''
,,Klar Boss... ähh Jethro. Bye Abs. Danke für's Essen.'' verabschiedete sich Tony und ging in die Küche.
,,Man Gibbs, euch hat's ja echt erwischt.''
,,Abby ich vertraue dir das du niemanden davon erzählst, nicht mal McGee, ok?''
,,Klare Sache, Gibbs. Wenn du mir dafür versprichst dass du nett zu Tony bist.'' lächelte sie.
,,Mach dir keine Sorgen. Ich könnte ihm nicht weh tun.''
,,Ich weiß, ich meine nur, du hast drei Ex-Frauen, ich will nicht das Tony Nummer Vier wird, für ihn ist das kein Spiel. Er liebt dich wirklich sehr, Gibbs.''
Gibbs wusste was Abby von ihm hören wollte, doch es fiel ihm schwer das auszusprechen, nicht mal Tony hat er's gesagt – noch nicht.
,,Ich weiß. Komm gut nach Hause, Abs.''
,,Jap. Viel Spaß euch beiden. Bis Morgen.'' winkend stieg sie in ihr Auto und fuhr davon.

Als Gibbs in die Küche ging um nach dem Kaffee zu sehen fand er weder den Kaffee noch Tony. Er ging die Treppen rauf und hörte ein leises Japsen aus dem Badezimmer. Er öffnete die Tür und sah den jungen Agent über's Klo gebeugt auf dem Boden sitzen.
,,Tony alles klar?''
,,Geht schon, Bo- Jethro.''
,,Leg dich gleich ins Bett, ich hol deine Tabletten und was zu trinken.''
,,Mir geht es prima, ich brauche keine Tabletten.''
Doch als er Gibbs in die Augen sah, wusste er das es sich nicht lohnt zu diskutieren.
Als Tony das Gefühl hatte das sein Magen wieder komplett leer ist, wusch er sich das Gesicht, zog sich bis auf die Boxershort aus und legte sich in Gibbs' Kingsizebett.

Kurz darauf kam Gibbs mit einem Tablett, welches er auf das Nachttischchen stellte. Er reichte Tony ein Glas, indem sich eine Tablette auflöste, doch dieser schob es beiseite.
,,Ich brauche keine Tabletten, mir geht es gut, verdammt.''
,,So gut das du dein Essen nicht länger als 10 Minuten in dir behalten kannst?''
,,Ich brauche nur ein bisschen Schlaf und keine Drogen.''
,,Du weißt das Ducky dir nie Tabletten geben würde, die dir schaden könnten.''
,,Wer bist du, meine Mutter?'' sagte er entrüstet.
Zu seiner Verwunderung lächelte Gibbs. Er legte seinen Daumen auf Tonys Mund und fuhr langsam über seine Lippen.
,,Mach den Mund auf mein Baby.'' er sagte das in einem Ton, der Tony einen Schauer über den Rücken jagte.
Er gab sich geschlagen und öffnete den Mund, damit Gibbs ihm das Glas hinhalten konnte. Er hob das Glas schneller als Tony schlucken konnte und so lief etwas Wasser an Tonys Kinn runter. Gibbs stellte das leere Glas ab und strich Tony zärtlich das Wasser vom Kinn. Der Brünette nahm Gibbs' Finger und leckte ihn grinsend ab.
,,Du willst doch nicht das gute Wasser verschwenden.''
Kopfschüttelnd drückte Gibbs ihm eine Tasse mit Tee in die Hand.
,,Und jetzt muss mein Baby noch sein Tee trinken.''
Während Tony die Tasse leerte sah er Gibbs dabei zu, wie dieser sich bis zur Boxershort auszog und neben ihn ins Bett legte, daran könnte er sich gewöhnen. Dann stellte er die Tasse beiseite. >Oh Gott! Dieser Körper, diese Muskeln... Ich hätte nie, niemals gedacht das dieser Traum wahr wird. Ich liebe ihn, mehr alles andere auf dieser Welt, auch wenn es ihm nicht so gehen sollte, so kann ich ihm doch wenigstens körperlich nah sein. Seine Aufmerksamkeit tut so gut, wie er mich ansieht, ich glaube...<
,,Ich will dich, Jethro.''
Er drehte sich zu ihm um, so das sie sich Auge in Auge gegenüber lagen.
,,Hm?''
Tony zog ihn an sich und küsste ihn Leidenschaftlich und voller Sehnsucht. Seine Hände wanderten über Gibbs' Körper, er wollte jeden Zentimeter der warmen, zarten Haut spüren, bis er an der Boxershort ankam. Gibbs stöhnte in Tonys Mund, als dessen Zunge jede Ecke seines Mundes erkundete.
Als der junge Mann von ihm abließ und Gibbs die dunklen Augen von Tony sah, schob er diesen, schwer atmend von sich weg.
,,Verdammt Gibbs, was soll das?''
,,Nicht jetzt, DiNozzo.'' da riss Tony der Geduldsfaden.


,,Weißt du eigentlich das du ein verdammter Bastard bist! Findest du es so schrecklich etwas mit einem Mann zu haben das du deinen Gefühlen komplett aus dem Weg gehst. Oder liegt es an mir? Habe ich dich überrumpelt? Ist es das? Wie lange hätte ich denn noch warten sollen. Ich habe gehört wie du vor vier Wochen mit Ducky gesprochen hast.''
,,Tony...''
Gibbs wusste nicht das Tony das Gespräch gehört hat. Ducky hat ihn spät am Abend in die Pathologie gebeten, damit Gibbs mal offen über seine Gefühle und damit auch über Tony spricht und er wusste, dass er Ducky das anvertrauen konnte.
,,Ja ich habe es gehört, jedes einzelne Wort. Als ich gehört habe das du dich seit dem Tag an dem wir uns in Baltimore getroffen haben für mich interessierst... ich wusste nicht was ich machen sollte.''
Tony saß jetzt aufrecht im Bett, sein Körper zitterte unkontrolliert vor Wut und in seinen Augen brannten die Tränen, doch er wollte jetzt stark sein und von seinem Boss ernst genommen werden.
,,Jeden Tag, ich habe jeden Gott verdammten Tag darauf gewartet das du zu mir kommst, mir das sagst was du Ducky über mich gesagt hast, mir zulächelst oder wenigstens ein bisschen Interesse zeigst...''
,,Tony...'' Gibbs hatte sich auch aufgesetzt, doch machte nicht den Anstand ihn am weiterreden zu hindern.

,,Weißt du wie es ist wenn man jeden Abend aus dem Büro geht, jeden Abend und hofft das vielleicht doch noch was passiert, das man nicht den ganzen Tag umsonst gewartet hat...''
er konnte die Tränen nicht länger zurück halten.
,,Scheiße! Gibbs, ich habe auch nur Gefühle! Ich lass das zwar nicht jeden wissen, aber gerade du müsstest das verstehn.''
Dann fühlte Tony wie sich sein Magen drehte und rannte schnell ins Bad um sich dort zu übergeben. Nachdem er sich etwas beruhigt hatte, legte er sich zurück ins Bett – den Rücken zu seinem Boss.
Als er ein leichtes Ruckeln hinter sich spürte dachte er, dass Gibbs jetzt gehen würde, doch gleich darauf lag Gibbs' Hand auf seiner Schulter und drehte ihn auf den Rücken. Tony vermied es ihm in die Augen zu sehen, bis der Silberhaarige Tonys Kinn festhielt und zu sich drehte. Ihre Blicke trafen sich, Gibbs' Augen blau und amüsiert und Tonys grün und traurig.
,,Ich wusste nicht das du es gehört hast, sonst hätte ich dich nie so lange warten lassen. Andererseits fiel es mir schwer mir vorzustellen mit einem Mann zusammen zu sein. Früher beim Militär habe ich mit ein paar Männern... experimentiert... und es war nie was ernstes, ich konnte mir nicht verstellen das ich mich mal in einen verliebe und dann auch noch so ein Casanova wie du es bist.''


Beide lächelten sich an.
,,Ich liebe dich, Anthony DiNozzo und ich hoffe du kommst mit einem Bastard wie mir klar, denn -''
,,Gibbs?''
Er sah wieder die Sehnsucht in Tonys Augen, beugte sich zu ihm und küsste ihn. Erst auf den Mund, dann sein Kinn und danach saugte er zärtlich an seinem Hals, bis er Tony leicht stöhnen hörte. Er gab ihm noch einen Kuss auf den Mund, legte sich hin und zog Tony näher an sich.
,,Als ich vorhin gesagt habe 'nicht jetzt', da meinte ich nicht das wir es ganz lassen sollten, sondern das du erstmal gesund werden musst. Oh Gott, Tony ich will dich doch auch, du kannst dir gar nicht vorstellen wie sehr... das hat alles viel zu lange gedauert... und diese paar Tage bis du gesund bist können wir doch auch noch warten.''
Tony legte seinen Kopf auf Gibbs' Schulter, seine Hand auf dessen Brust, dort wo das Herz ist.
,,Wir haben noch lange dafür Zeit, oder?''
,,Ein Leben lang.''